3. Wiener Bienenfachtagung

Die Vortragenden Ute & Wolfgang Ritter und Johannes Wirz begeisterten am 1. Oktober 2022 mehr als 100Bienenvernarrte mit den Vorträgen:

Bienenhaltung im Klimawandel: Imkern nach den zehn Jahreszeiten der Natur
Kulturgeschichte einer Liebesbeziehung. Von den Ursprüngen zur modernen Bienenhaltung und was wir daraus lernen können.
Gesunde Bienendurch naturgemäße Imkerei
Von den Bäumen auf den Boden – über die artgerechte und wesensgemäße Bienenhaltung

Vereinsstammtisch 13.09.2022

Fast bis zur Sperrstunde haben wir im Restaurant „Schubert“ fach gesimpelt. Imkerlatein gesponnen und über ein neues Projekt diskutiert.

Unser neues, jüngstes Vereinsmitglied (Theo) begrüßt, und gehörig „begossen“.

Lange Nacht der Wiener Märkte

Am 2. September 2022 findet die 1.te lange Nacht der lange Nacht der Wiener Märkte statt.

Am Vorgartenmarkt wird das Marktangebot um mobile Stände erweitert. Unter anderem gibt es Wein, Käse, Obst, Gemüse und Honig geben.

Musikalisch wird es begleitet

Von 18 bis 19 Uhr hat sich Padraig MacMahon mit einer Musikdarbietung angekündigt.

Von 19 bis 20 Uhr kann man dem Gurus Sraml Kvartet lauschen.

Von 20 bis 21 Uhr spielt Ian Strahn auf.

Von 21 bis 22 Uhr tritt U-Bahn-Star Hary Levan auf.

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Vereinsbienenstand

Ab 2022 steht allen Jungimker:Innen, die keinen eigenen Standort für ihre Völker haben, ein Bienenstand zur Verfügung.

am Beginn der Lobau

Historische Monatsanweisung Dezember

Als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an!

Hohes Können, hervorragende Eigenschaften zeichnen die kleine Biene dermaßen aus, dass sie vielseitig beim Menschen als Vorbild und Symbol gilt. Alle Leistung aber vollbringt sie nur in der Gemeinschaft. Losgelöst vom Volksganzen vermag sie nichts, alle Fähigkeiten sind dann erloschen.

Unvergessen auf der 5. Reichskleintierschau der einfache erleuchtete Sockel mit einer einzigen kleinen Biene, die von den inhaltsschweren Worten umrahmt war: „Du bist nichts, dein Volk ist alles!“ Und rings um den Sockel her die mächtige Ausstellungshalle, angefüllt mit dem, was deutsche Bienen geschaffen hatten!

Vom ersten Augenblick ihres Lebens außerhalb der Zelle an gehört die Biene der Gemeinschaft. Nichts für sich, alles für das Volk schafft sie. Den jüngeren Geschwistern gilt ihr erstes Dienen, den kommenden ihr Bauen, später das Sammeln und ihr Opferdienst als Wächter und Schirmer der Gegenwart wie der Zukunft. All ihr Tun ist eingestellt auf Förderung des Gemeinwohls, nach Eigenwohl fragt sie nur so viel, als dies erforderlich ist, dem Ganzen weiter dienen zu können. Und tritt sie ab vom Platze ihres Wirkens, draußen zu sterben, um die Gemeinschaft nicht durch Verwesungserscheinungen zu gefährden.

Tausendfältig, lebt sie Dir, Imker, diesen Gemeinsinn vor, siehst du ihre Tugenden: Fleiß, Reinlichkeit, Opfermut, Einordnung. Du kannst nicht ungerührt daran vorübergehen. Ihr Wesen wird ein Teil deines Wesens. Immer mehr lockt es Dich, sie zu ergründen, sie ganz zu verstehen.

Nütze ihre Winterruhe. Frage Bienenbuch und Bienenzeitung. Lies wieder und wieder! Durchdenke, schreibe, vergleiche. Sie nimmt dich immer mehr gefangen.

Suche nach Gedankenaustausch darüber mit Gleichgesinnten! Schließe dich einer Ortsfachgruppe Imker an. Dort spürst du das gleiche Feuer brennen, dort schöpfst du neue Erkenntnisse in Aussprachen und Vorträgen. Manches Gebiet erschließt sich dir neu, wie Zucht oder Wandern.

In der Gemeinschaft der Imker weißt du dich geborgen. Du bleibst vor Anfängerfehlern und ihren Enttäuschungen bewahrt, wenn du aufmerkst. Du brauchst nicht vor jedem mißliebigen Nachbar bangen, Rechts-oder Versicherungsschutz stehen zur Seite. Beihilfen für Bau und Anschaffungen, verbilligter Zucker helfen dir, rascher voranzukommen, als wenn du der Reichsfachgruppe Imker fernbleibst.

Nichts verlangt der Dezember von dir als stilles Versenken, treues Behüten deiner schlafenden Lieblinge und herzliches Freuen auf das neue Jahr, das hinter den Dezember folgt und dir deine Bienen und die Beschäftigung an ihnen neu beschert. Ihr Haus soll im neuen Jahr der alte Imkerspruch schmücken: 

Einzig zur Arbeit, einzig zur Wehr,
ein Haus, ein Volk, ein Heer!
(Willy Höhnel, Dresden)

Quelle: Kalender der Leipziger Bienenzeitung 1942

Historische Monatsanweisung November

Den Feinden Frost und Hunger trotzt das Leben

In tausendfältiger Form wissen Pflanzen- und Tierwelt der wärme- du nahrungslosen Zeit zu begegnen. Der Saftumlauf der Pflanze hört auf, wassererfüllte Teile wie Blätter werden abgeworfen oder sterben ab wie Halme und Stengel. Blätter und Blüten harren unter Knospenhüllen geborgen neuer Auferstehung. Im Keim des Samens wartet das Leben auf günstige Außenbedingungen. Jedenfalls ist alles, was der Biene seitens der Pflanzenwelt dient, vergangen, verweht.

Die Tierwelt entflieht zum Teil in wärmere Gefilde, verkriecht sich ins schützende Erdinnere, sucht windgeschützte Hohlräume in Baulichkeiten, Erd- und Felsspalten, morschen Bäumen, spinnt schützende Puppenhüllen um sich. Unter Grasballen, in Erdlöchern, zwischen Gesteinen, unter Brettern überdauern Verwandte unserer Bienen einzeln den Winter, wie Wespen, Hummeln, Hornissen, und zwar von ihnen nur die befruchteten Weibchen. Was von diesen Hautflüglern im Frühjahr suchend ums Bienenhaus streift, ist eine Königin, die mit dem Nest- und Volksbau beginnen möchte. Imker, mit jeder Wespe und Hornisse vernichtest du im Frühjahr ein ganzes Nest.

Einzigartig die Art der Überwinterung bei unseren Bienen. In Haufen von zehn-, zwölf-, auch fünfzehntausend Arbeiterinnen überwintert eine Königin. Darin beruht wesentlich mit die große volkswirtschaftliche Bedeutung der Honigbiene. Zur Zeit der Obst- und Beerenblüte ist sie bereits imstande, der Blütenwelt Heerscharen zur Befruchtung zu stellen.

Je mehr die Temperatur sinkt, umso dichter ziehen sich die Bienen zu einer Kugel zusammen, wohl wissend, dass die Kugel bei kleinster Oberfläche  – also Angriffsfläche für den Frost – den größten Rauminhalt besitzt und damit Volk und Nahrung birgt. 18 – 20°C hält das Innere der Kugel, während die an der Außenhaut sitzenden Bienen 15° aufweisen. Da bei 13°C die Gefahrenzone für die Biene beginnt, findet eine andauernde, wenn auch ganz langsame Ablösung der Hautbienen statt.

Im Inneren der Kugel wird Wärme erzeugt durch Nahrungsaufnahme aus den Zellen mit gegenseitigen Füttern und durch leichtes Flügelbewegen – der summende Ton, den der Imker vernimmt, wenn er zur Winterzeit horchend den Gummischlauch wie ein Hörrohr ins Flugloch steckt. Bei innerer Ordnung, bei flüssigen Futter und frischer Luft, ohne Störung von außen zehrt die Biene so wenig, dass sie die Nahrungsrückstände bis zum April im Darm halten kann. Anders bei Weisellosigkeit, Durst- oder Luftnot, Beunruhigung durch Tiere, Menschen! Jede Aufregung löst bei der Biene erhöhte Nahrungsaufnahme aus, und, Imker, die Gefahr der Ruhr rückt nahe.

Ruhr ist ein geisterndes Gespenst, das mit langsamem Würgegriff deinen Völkern den Garaus macht. Darum sei immer gemahnt: richtig zubereitetes Herbstfutter, Wind- und Sonnenblenden bei Untenüberwinterung, Fluglochkontrolle mit dem Drahthaken, Mäusefallen, alles niet- und nagelfest am Bienenhaus, regen- und schneedichtes Dach!

Musst du dein Bienenhaus oder einzelne Stöcke verstellen, so tue es jetzt mit weicher Hand und leisen Sohlen.

Nichts, auch nichts darf die heilige Ruhe der Völker stören!

Quelle: Kalender der Leipziger Bienenzeitung 1942

Historische Monatsanweisung Oktober

Über fertige Arbeit gleitet prüfend der Blick

Die Arbeit der Immen wie des Imkers für dieses Jahr ist getan. Das Volk der Bienen tat das Seine, den Angriffen des Feindes Frost zu entgehen. Geborgen in wohliger Wohnung, mit ausreichend haltbarer Nahrung versehen, unter der Obhut des Bienenvaters, so zieht es sich einige Monate vom Schauplatz des bisherigen Schaffens zurück. Triebhaft handelte es im Licht, triebhaft kehr es sich jetzt dem Lichte ab.

Anders der Imker, dem mit dem Verstand die Möglichkeit gegeben ist, so oder anders zu handeln, und der damit persönliche Verantwortung für sein Schaffen zu tragen hat. Er steht am Abschluss des Jahres und schaut prüfend zurück auf den Weg vom Frühjahr daher. Er sieht seinen Arbeitsplan vom Winter durch, feststellend was erreicht wurde, was unterblieb. Er fragt nach Gründen für Misslingen hier, für Gelingen dort. Alle Abschnitte des Bienenjahres ziehen vorüber. Einwinterung, Auswinterung, Aufstieg zur Höhe, Höhe, Ernte, Abstieg, Einwinterung. Ehrlicherweise gibt er nicht nur dem Wetter schuld bei Fehlschlägen. Der Biene überhaupt nicht, sie leistet unter allen Umständen das Möglichste.

An Hand der Aufzeichnungen werden Fehler erkannt und neue Entschlüsse gefasst. Anders wird er die Rasse- und Zuchtfrage anfassen, die Schwarmneigung noch mehr dämpfen. In solchen Sinnen und Planen grüßt ihn bereits das neue Jahr.

Er hält Umschau rings um die Bienen. Beginnend mit der Möglichkeit, die Tracht zu verbessern. Wo lassen sich Salweiden, Obstbäume, Schneebeeren, Akazien anpflanzen, wo Riesenhonigklee aussäen, wer von der Nachbarschaft würde Samen der Honigdistel, Planzen von  Gänsekresse oder Herbstastern übernehmen? Der Oktober ist der Monat des Pflanzens. Welcher Landwirt könnte Weisklee, Schwedenklee, Senf, Raps, Buchweizen, Sonnenrosen anbauen, wenn ihm Hilfe geleistet wird? Wer ist zuständig bei der Bepflanzung öffentlicher Straßen und Plätze, von Bahndämmen, von Ufern?

Zum Bienenhaus wandert der Blick. Ist es in allen Teilen zweckmäßig? Gewährt es vor allem genug Platz? Wie teuer könnte ein Umbau, Anbau, Neubau sein? Hier könnte ganz gut ein Regal noch her, dort ein Schubkasten, da ein Eckbrett. Einige Aufhängehacken, ein Kleiderhalter, ein Waschgerät fehlen. Solche Kleinigkeiten sagt man gelegentlich vor Weihnachten den Kindern.

Nun die Beuten. Schön wäre es, wenn mal wenigstens eine der neuen Beuten Einzug hielte. Es sind wirklich Veteranen hier aufgestellt. Weihnachten, Geburtstag, Jubiläum könnten manchen verwandten oder Freund das Rätselraten um ein passendes Geschenk erleichtern. An Geräten, Zuchtkästchen, Ablegerkästen, einen Sonnenwachsschmelzer hätte man große Freude.

Sind übrigens alle Geräte in Ordnung? Die Absperrgitter gereinigt und aufgeschlichtet? Die metallenen Dinge alle mit Öl oder Vaseline bestrichen? Haube und Handschuhe, Mantel wieder gereinigt und genäht? Vor allem, ist das Bienenhaus tatsächlich entrümpelt? Was schleppt sich von Jahr zu Jahr doch alles auf Regalen und unter den Stöcken fort, ohne je gebraucht zu werden! Raus mit den Dingen, die überhaupt nichts mit den Bienen zu tun haben! Sauber, ordentlich, ein unberührtes  Heiligtum, so tritt auch das Bienenhaus die Winterruhe an.

Der Wabenschrank ist gescheuert, an der und jener Stelle neu abgedichtet gegen Motten, der Wabenvorrat gesichtet und geordnet. Dieser Tage noch wird mit dem Ausschmelzen begonnen. Wie stattlich sieht der Honigvorrat in den Einheitsgläsern mit dem Gewährstreifen aus.

Jede Arbeit ist getan. Auch die Bodenpappen liegen drin. Fluglochschieber und Blenden sind griffbereit. Nur die Abrechnung über Ausgaben und Einnahmen ist zu leisten, die Tabellen in Kalender über Wetter, Trachten, Trachtzeiten aufzuarbeiten und neu einzurichten. Noch ein gelegentlicher Blick aufs Brett hin zu den letzten Pollenträgern. Wenn sie doch schon vorüber wäre, die bienenlose, die schreckliche Zeit!

Quelle: Kalender der Leipziger Bienenzeitung 1942

Historische Monatsanweisung September

Voraussetzung gedeihlicher Entwicklung ist Gesundheit

Auch das kleinste Haustier, unsere Biene, ist Krankheiten unterworfen. Der Abschluss der imkerlichen Arbeiten jetzt im September, ist besonders geeignet, das Augenmerk auf den Gesundheitszustand der Bienenvölker zu richten. Biene wie Wabenwerk geben da Aufschluss. Beim Herrichten des Wintersitzes, was mancher, u.a. der Herbstwanderer, erst im September vornimmt, oder beim Überprüfen der Waben, die für das Frühjahr aufgehoben werden oder in den Schmelztopf kommen sollen, müssen einzelne verdeckelte Zellen besonders beachtet werden. Man entfernt in jedem Falle den Deckel. Steht darunter eine blauschwarze Nymphe in ausgeprägter Gestalt, dann hat man verkühlte Brut vor sich. Eine unbedenkliche Erscheinung. Bei Temperaturrückgang wurde sie verlassen. Sieht man unter dem Deckel, der vielleicht unscheinbares Loch oder einen Riss aufweist, keine Nymphe, sondern beim genauen Hinschauen am Zellboden oder der unteren Rinne des Sechseckes eine zusammengefallene Masse, feucht oder zu Klümpchen eingetrocknet, bringt ein hineingestecktes Streichholz gar einen schmierigen Faden hinter sich her, dann liegt Faulbrut vor. Imkerkamerad jetzt vor allem zweierlei: keine Todesangst und kein Verheimlichen! Faulbrut lässt sich beseitigen, aber nur bei fachkundiger Beseitigung. Und zum anderen, in vielen Ländern besteht gesetzliche Meldepflicht. Den Seuchenwart verständigt und seinen Anordnungen gefolgt!

Schwache Völker, die schon längere Zeit merklich wenig Flugbienen trotz guten Brutstandes aufweisen, können an Nosema oder Milbenseuche erkrankt sein. Flugunfähigkeit der erwachsenen Bienen ist ein auffallendes Merkmal in beiden Fällen. Das merken alle die nicht, die keinen Sandstreifen, sondern Gras vor dem Stande haben. Die befallenen Bienen können nicht mehr abfliegen, purzeln vom Flugbrett und krabbeln am Boden umher, höchstens noch ab und zu wie hüpfend einen Flugversuch machend. Wenn diese Erscheinungen den normalen Abgang übersteigt, wenn man vor allem zu Häufchen geballt die Bienen im Grase findet, dann ist Verdacht auf Nosema oder Milbenseuche am Platze. Auch hier den Seuchenwart rufen, der ja kameradschaftlicher Helfer ist. In jedem Falle sorgt der Seuchenwart für Beseitigung dieses Herdes, und zweitens ist er bemüht, den Ansteckungsherd ausfindig zu machen. Herkunft von Schwärmen, gekauften Völkern, Beuten oder Waben, liederliche Stände, verwaiste Stände mit Wabenresten geben Anhaltspunkte.

Imker, schenkt dem Herbstfutter Beachtung! Zu spät gereichte Gaben werden nicht verdeckelt und säuern. Überkochter Zucker, Heide-, Tannen- und Blatthonig kristallisieren in der Zelle, sind also nicht für die Bienen aufnahmefähig. Beide Fälle können Ruhr zur Folge haben.

Denkt jetzt bereits an eine störungsfreie Überwinterung, indem ihr lärmende Schäden am Bienenstande abstellt. Schützt das Wabenwerk vor Mottenfraß, beseitigt alte Waben, die leicht Krankheitsträger werden! Verpasst nicht, die Pollenwaben vor den Wintersitz zu hängen. Fehlende Eiweißzufuhr kann Mangelerscheinungen in der gesundheitlichen Verfassung im Frühjahr hervorrufen. Verwendet Bienentee mit bei der Fütterung, er liefert wichtige Nährsalze. Beseitigt unbedingt Weisellose als Ruhestörer und Ruhrkandidaten! Denkt schon jetzt ans Abhalten kalter Herbst- und Winterstürme! Richtet saubere, trockenbleibende Verpackung her!

Quelle: Kalender der Leipziger Bienenzeitung 1942

Historische Monatsanweisung August

Von der einen Höhe grüßt man bereits die andere

Der schaffende Mensch kennt keinen Stillstand. Nach wichtigen Arbeitsabschnitten ein wohlig-behagliches Verweilen, dann richtet sich der Blick wieder vorwärts – auch in der Imkerei. Fraglos ist die eingebrachte Honigernte als Lohn für wochenlanges Tun jedes Mal ein Höhepunkt im Leben des Imkers, aber kein Endpunkt. Das neue Bienenjahr rückt bereits ins Blickfeld. Aufgaben von heute harren noch der Erledigung, um das folgende Jahr erfolgreich zu gestalten.

Der August führt Arbeiten des Juli zunächst eine Zeit weiter: Beobachtungen oder Erneuerung der Königin, besonders in Schwärmen, Ablegern oder abgeschwärmten Muttervölkern. Das Zusetzen einer Königin erfordert bereits mehr Aufmerksamkeit als in den drei Monaten vorher; den die Entwicklung der Völker verlangsamt sich auffällig. Der Bautrieb ist erloschen, der Brutstand verlangsamt sich auffällig. Der Bautrieb ist erloschen, der Brutstand verringert sich. Angenommen wird eine Jungkönigin nur, wenn viele junge Bienen vorhanden sind und wenn alle Stockinsassen durch ein Honigfutter friedlich gestimmt sind.

Einem drohnenbrütigen Volke eine Königin zusetzen zu wollen, ist schon im Frühjahr und Sommer ein vergebliches Bemühen, vielmehr jetzt im beginnenden Abstieg. Wer kein Reservevolk geschlossen vorn dem Drohnenbrüter einhängen kann, soll die entartete Gesellschaft vor dem Stande und alles andere dem Geschick des Einbettelns überlassen.

Da zur Jetztzeit das Bienenvolk seine Bruttätigkeit einzuschränken beginnt entsprechend dem Erliegen der Nektarquellen, da dem denkenden Imker aber gerade an Brutsätzen liegt, die im August und September erzeugt werden, so muss eine gute Tracht vorgetäuscht werden. Das geschieht durch Reizfütterung. Drei Wochen lang reicht man abends einen Tag um den anderen ½ Liter warme Futterlösung, am besten mit Bienentee vermischt. So entstehen die für die Frühjahrsentwicklung so wichtigen lebensstarken Pflegebienen.

Nach der Reizfütterung setzt in großen Gaben die Einfütterung ein. Dünner als im Verhältnis 3 Gewichtsteile Zucker und 2 Gewichtsteilen Wasser ist die Mischung nicht erforderlich. Ohne Grund soll man die Einfütterung nicht über Mitte September hinausschieben. In dieser trachtlosen Zeit erweckt unachtsames Hantieren mit dem Futter, Stehenlassen von süßen Pfützen und feuchten Futtergeschirren, Füttern einzelner Völker zur Flugzeit unausbleiblich Raub. Und Raubbienen sind unerbittlich und unersättlich!

Wer Spättracht hat oder dahin wandert, wartet mit dem Einfüttern natürlich bis zur Rückkehr. Man wandert nur mit starken und weiselrichtigen Völkern. Denn eine Massentracht mindert stark die Zahl der Flugbienen; und weisellose werden bei stockender Tracht ausgeraubt. Zur Herbstwanderung finden die ganz oder teilweise ausgebauten Baurähmchen beste Verwendung als Grundlage für Scheibenhonig. Nach der Heimkehr lässt man die Völker drei bis fünf Tage unbehelligt stehen. Öffnet man sie nämlich hinten, ehe sich alle eingeflogen haben, so wissen Tausende von Bienen, die hinten abflogen, wo sie vorn gehören. Erst nach dieser Wartezeit macht man auf und entnimmt Honig und hängt, falls das Brutnest stark verhonigt ist, drei oder vier leere Waben in die Mitte des Brutnestes. Dorthin tragen die Bienen nunmehr das Zuckerfutter, das vorsorglich auch in guten Ertragsjahren gereicht wird.

Quelle: Leipziger Bienenzeitung 1942

Wer wird ein richtiger Imker?

Ökonomierat Guido SKLENAR (1871 – 1953) beantwortet dies in seinem Buch IMKERPAXIS (1922) wie folgt:

Da kann ich wohl nimmer antworten: Alle, alle, den zum richtigen Imker muß man geboren sein. Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel. Häßliche Charaktereigenschaften machen den Imker untauglich. Ich nenne nur einige: Jähzorn, Geiz, Neid, Schlamperei, Besserwisserei, sie alle taugen nicht für den Imkerberuf, mit diesen kommt man nie und nie vorwärts. Das Haupterfordernis für den richtigen Imker ist aber die Liebe zum Immlein. Wer diese immer nur als die Stechbiester bezeichnet, wer immer nur von den unnützen Opfern für die dieselben spricht, wird nie ein richtiger Imker, denn trotz zweier Augen hat er nicht sehen gelernt, nicht all das Schöne und Gute erkannt, das uns die Imkerei bietet. Auch wer immer nur von der vielen Arbeit bei den Bienen spricht, wird kein richtiger Imker, denn die Arbeit an den Bienen ist dem richtigen Imker nicht Arbeit, sondern Vergnügen.

Weiter: Ein richtiger Imker wird nur der, der die Sache richtig anpackt. Dazu gehört, daß er sich vorerst ein gewisses Maß von Wissen und Praxis aneignet, eher er der Sache näher tritt. Immer fährt der weit besser, der dies tut, als derjenige, der sich blindlings, ohne jede Vorschulung in die Sache stürzt. Mir kommt solch ein Mann so vor wie einer, der sich ohne Schwimmkenntnisse blindlings in den Strom stürzen wollte, um dort Wunderleistungen zu vollbringen. Nie wird ihm dies gelingen, weder in diesem, noch in jenem Falle. Es ist gar nicht so schwer eine Vorschulung zu erlangen. Das für ein gutes Buch verausgabte Kapital, es verzinst sich bald reichlich. Und etwas Praxis kann man bei einem Nachbarimker erlangen, dem man sich als Hilfe anbietet, oder aber, wenn möglich, daß man einen Praxkurs an irgendeiner Anstalt besucht. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Ist diese Vorschulung vorbei, dann wird es allerdings trotzdem oft mit Recht heißen: Das beste Lehrbuch, die beste Praxis ist die eigene Erfahrung! Die liefert dann auch den besten Grundstein für den künftigen Betrieb.